ROTER KNIRPS & CO.

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Wenn der Herbst in das Schwarzenburgerland einzieht, haben die Kürbisse Hochsaison. Die beliebten Gewächse dekorieren Fenstersimse und in der Küche werden sie zu köstlichen Gerichten verarbeitet. Seit 12 Jahren bieten Margreth & Peter Walther Kürbisse in allen Farben & Formen an. Ihr Hofladen an der Hauptstrasse von Lanzenhäusern nach Albligen ist mit viel Liebe eingerichtet.
Ich besuche Margret Walter an einem kalten & stürmischen Dienstagmorgen Ende Oktober. Noch vor ein paar Tagen herrschten sommerliche Temperaturen und der Winter war noch weit weg. Etwas überrascht von diesem plötzlichen Wetterwechsel, sitzen wir in der warmen Küche und unterhalten uns über Kürbisse. Ich erfahre von Margret wie ihre Passion mit dem vielseitig einsetzbaren Gemüse begann.

ES FING ALLES MIT DEN BLUMENSTRÄUSSEN AN

Margret hatte schon immer ein Flair für die Arbeit im Garten. Als die Kinder noch klein waren, hat sie zusammen mit einer befreundeten Nachbarin Blumensträusse gebunden, um diese im Selbstbedienungsladen zum Verkauf anzubieten. Sie teilten sich die Woche auf und so war es für beide möglich, nebst Familie & Arbeit das kleine „Strassenlädeli“ zu unterhalten. Nach ein paar Jahren zog die Nachbarin weg und Margret suchte nach neuen Ideen, um ein Sortiment anzubieten, welches vom Aufwand her vereinbar war mit Beruf & Familie. Inspiriert von Margrets Schwester, welche selber Kürbisse anbaut, zog sie im 2006 die ersten Setzlinge. Der Anbau auf dem Feld direkt hinter dem Hof war ein Erfolg und das Sortiment wuchs stetig. Die Garage verwandelt sich jeweils ab August bis November in einen schmucken Hofladen. Mittlerweile bieten Walthers rund 100 verschiedene Sorten Kürbisse an. Die Samen stammen von einem zertifizierten Familienbetrieb in Basel. Auf die Frage, weshalb Margret nicht selber Samen von den eigenen Kürbissen produziert, hat sie eine klare Haltung “ Ich will unseren Kunden mit gutem Gewissen eine saubere und qualitativ, hochwertige Ware anbieten. Samen selber zu vermehren kann gefährlich werden. Mit der Zeit können sich verschiedene Sorten vermischen, z.B. auch mit Zierkürbissen, und es können giftige Exemplare daraus entstehen.

ABAU, PFLEGE & ERNTE

Der Saisonstart beginnt im April. Dann werden die Samen in kleinen Töpfen unter einem Tunnel im Beerengarten gezogen. Da der Kürbis frostempfindlich ist, dürfen die Setzlinge erst im Mai nach den Eisheiligen ins Freiland. Vor dem Einpflanzen wird der Boden vor Unkraut befreit und etwas Dünger in die Erde eingearbeitet. „Der Kreislauf der Natur ist  mir sehr wichtig“, sagt Margret und ergänzt „deshalb greife ich so wenig wie möglich ein und verzichte gänzlich auf den Einsatz von Spritzmitteln. Doch das heisst nicht, dass keine Arbeit mit den Kürbissen anfällt. Die Felder müssen regelmässig von Unkraut befreit werden, damit dieses nicht überhand nimmt und den Wuchs der Früchte hindert. Damit die Pflanzen gesund bleiben & optimal wachsen, benötigen sie viel Platz“.

Ab Ende August ernten Margret und ihr Mann Peter die ersten Kürbisse. Sie werden im Brunnenwasser gewaschen, bevor diese im Hofladen eingeräumt werden. Nebst den Kürbissen kultivieren die beiden auf einem 1 Hektar grossen Feld Bundzwiebeln. Diese werden im Mai gesät und sind nach drei Monaten bereits erntereif.

VIELSEITIGKEIT STATT LANGEWEILE!

Die Kürbis Saison steht kurz vor dem Ende. Nach Halloween werden die Kürbisse zum reduzierten Preis angeboten, bevor der letzte Überschuss wieder in die Erde eingearbeitet wird. Der Kreislauf der Natur schliesst sich und es entsteht neue Erde daraus. Kommt jetzt eine ruhigere Zeit auf Margret und ihren Mann Peter zu? Margret lacht und meint, „uns wird  es nie langweilig“. Nebst der Arbeit auf dem Landwirdschaftsbetrieb widmet sich Margret mit viel Freude ihren Trachten in ihrem Nähatelier. Ihre Leidenschaft für das Nähen hat sie früh entdeckt. Nach ihrer Ausbildung zur Damenschneiderin in Bern hat sie in Utzensdorf eine Zusatzausbildung zur Trachtenschneiderin absolviert. Mit 23 hat sie sich selbstständig gemacht. Ganz ohne Werbung hat sich Margret einen Namen gemacht und wird von Mund zu Mund weiterempfohlen. Peter arbeitet als Milch-Chauffeur in der Umgebung Bern, Jura & Oberland. Im Winter arbeitet er zudem oft im Wald. Die Tannenzweige und Misteln werden passend zur Weihnacht im Hofladen zum Verkauf angeboten.

Im ehemaligen Denn haben Walthers ein gemütliches Nähatelier eingebaut. 

DIE LAUNE DER NATUR

Gab es auch mal Rückschläge in den letzten Jahren? Margret winkt eindeutig ab, „das mal etwas nicht klappt gehört dazu“, meint sie und fügt an, „doch ich finde im Verhältnis zum Aufwand ist das Gemüse im Angebot eigentlich zu günstig. Die Gemüselandwirtschaft ist zeitintensiv und es stehen viele Arbeitsschritte dahinter“. Margret ist eine passionierte Gärtnerin und verbringt gerne Zeit draussen in der Natur. Auch wenn der Aufwand gross ist, gab es nie einen Zeitpunkt wo sie der Mut verlassen hat und aufhören wollte.

MARGRETS’S KÜRBISSUPPE

ZUTATEN: 1 Uchiki Kuri Kürbis (ca. 1 Kilo), 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Bouillon, Salz, Pfeffer, Curry, Vollrahm, ein Schuss Wermuth

ZUBEREITUNG: Kürbis entstielen, vierteln, entkernen, Zwiebeln und Knoblauch rüsten, alles in wenig Wasser weichkochen, mit dem Stabmixer pürieren. Mit einem Bouillonwürfel, Salz,Pfeffer und Curry würzen, nochmals aufkochen, am Schluss Vollrahm und Wermut hinzugeben. In der Kürbisschale anrichten & servieren. E Guete!

 

KONTAKT
Margert & Peter Walther
Albligenstrasse 29
3148 Lanzenhäusern

2 thoughts on “ROTER KNIRPS & CO.”

  1. Interessanter Artikel und es ist spannend zu lesen, was hinter dem Betrieb so alles geschieht. Ich werde nun immer daran denken, wenn ich dort vorbei fahre. Was ist eigentlich Margret’s Lieblings Kürbis? Hätte sie auch ein feines süss-sauer Rezept?
    Danke für die interessanten Inputs.

    • Liebe Anita, herzlichen Dank für dein Feedback! Es gibt unzählige Kürbisse & Margret entdeckt immer wieder neue Sorten. Ihr Lieblingskürbis fällt aber ganz klassisch auf den Knirps 🙂 Betr. süss-sauer ist sie noch am „heraus-düfteln“… Wir werden wohl in der nächsten Kürbis-Saison mehr darüber erfahren 😉

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